Saturn (und Jupiter) am 16. Januar 2005
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#10445
(In Topic #998)
Etz´red i!

In der Nacht von Samstag auf Sonntag war ich wieder beim Planetenbeobachten in der Sternwarte Ingolstadt. Ich kam etwa um 22:30 Uhr an und bis die ganze Ausrüstung (Rechner, Monitor usw.) in der Kuppel installiert war, verging rund eine halbe Stunde. Gegen Mitternacht stieg Saturn hoch im Süden auf und bot somit die günstigste Beobachtungsbedingungen. Nur das Seeing wollte hin und wieder nicht so recht mitspielen. Inzwischen ist es auch ziemlich kühl geworden, ca. -5° C in der Kuppel…
(keine Sorge, ich hatte schon noch mehr zum Anziehen dabei…
Zwischen 0:00 und 01:45 Uhr entstanden 15 AVI-Videos (á 180s) - insgesamt 5,5 GB (mehr als 10mal so viel wie Huygens aufnahm…
Wenig später schien auch Jupiter immer heller im Südosten, aber leider noch ziemlich tief. Ich hab nur drei kurze AVI´s gemacht, die Auswertung steht noch aus. Viel Hoffnung gibt es aber nicht. Wer in letzter Zeit schon mal das "Vergnügen" hatte, den tiefen Jupiter zu beobachten, wird sicherlich wissen wovon ich rede…
Ich hoffe, ich kann das Ergebnis bald nachreichen.
Grüße,
Peter
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Guest user
AW: Saturn (und Jupiter) am 16. Januar 2005
Ein schönes Saturnbild!Ich glaub, man kann neben der größeren Cassinischen Teilung auch die Enckesche Teilung erkennen…
Wie es aussieht, waren am Samstagabend wohl sehr viele Andromedaner draußen spechteln! :-)
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Site staff

AW: Saturn (und Jupiter) am 16. Januar 2005
Hallo Peter,wiedermal ein wunderbares Ergebnis!
Ein Teil der Saturnkugel schimmert sogar durch die Cassini-Teilung :]
Nein, das ist wohl eher ein Artefakt, welches durch die auf dem Fourier-Filter aufbauenden Bearbeitungsprogramme wie Registax und Giotto "erfunden" wird.Marcel hat gesagt
Ich glaub, man kann neben der größeren Cassinischen Teilung auch die Enckesche Teilung erkennen…
Die Enckesche Teilung liegt in Wirklichkeit ein bisschen weiter außerhalb. Was auf Peters Aufnahme zu sehen ist, ist lediglich "nur" das Encke-Minimum. Ich habe mal irgendwo gelesen, dass die "echte" Encke-Teilung erst ab ca. 14" aufwärts zu fotografieren ist. Selbstverständlich eine sehr scharfe Optik und bestes Seeing vorrausgesetzt.
Gruß,
Tobias
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Site staff

AW: Saturn (und Jupiter) am 16. Januar 2005
Wow Peter, alle Achtung in Sachen Saturn bist du echt genial…von so einem Bild kann ich nur Träumen :-)
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Andromedaner
AW: Saturn (und Jupiter) am 16. Januar 2005
Naja, Peter, ich will mal ehrlich sein…Ich habe schon weit besseres von die gesehen
Aber bei -5 Grad kann ich verstehen das einem schonmal die Finnger am OAZ festfrieren
mfg
Nicolas Ziob
Nicolas Ziob
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Guest user
AW: Saturn (und Jupiter) am 16. Januar 2005
Schönes Bild, auch wenn etwas trübe!Ich war heute nachmittag mit Holger in der Stadt und mir sind id efinger beim Fahrradfahren beinahe abgefallen…Aber bei -5 Grad kann ich verstehen das einem schonmal die Finnger am OAZ festfrieren
Janek
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Etz´red i!

AW: Saturn (und Jupiter) am 16. Januar 2005
Hab das Saturnbild inzwischen nochmal überarbeitet und denke, dass die Farben nun viel ästhetischer wirken (siehe oben).Anbei möchte ich noch für alle, die es interessiert, eine kleine Dokumentation der drei wichtigsten Schritte bei der Nachbearbeitung vorführen.
Zunächst wurde das beste Einzelbild aus den etwa 900 Rohbildern des AVI-Videos über die Rohbildliste (framelist) in Registax 2.0 herausgesucht. Dieses (manuell) ausgesuchte Musterbild soll bei der folgenden Addition der AVI-Rohbilder als Referenzbild dienen.
Bevor Registax 2.0 mit dem ersten Schritt (Optimierung, Align) beginnen kann, muss vorher eine sog. Aligment Box in diesem Referenzbild gesetzt werden, ein Auswahlrahmen, der für die Ausrichtung der einzelnen Rohbilder bei der Addition eine wichtige Rolle spielt. Dabei muss nicht der ganze Planet innerhalb der Aligment Box liegen. Ein kleiner Ausschnitt (z.B. Saturnring, Wolkenbänder etc.) reicht als Referenzmuster schon aus.
Nächster Schritt in Registax 2.0: Aligning. Hier gibt es eine ganze Menge an Einstellungsmöglichkeiten. Unter "Optimizing options" kann man unter "Lower quality" die Verwendungsrate einstellen (z.B. 15% aller Einzelbilder). Wichtig für den nächsten Schritt in Registax 2.0 ist vor allem die Einstellung des "Quality filter band". Hier gibt es zwei Parameter: "start" und "width". Verändert man einen oder beide Parameter, so kann man beobachten, wie der Wert "quality" im Grafik-Fenster "Registration properties" entweder größer oder kleiner wird. Die Parameter des "Quality filter band" sollten so eingestellt sein, dass der "quality"-Wert unter "Registration properties" möglichst bei 0,150 liegt. Danach auf die Schaltfläche "Align" klicken und der Optimierungsprozess beginnt.
Nächster Schritt ist das "Stacking", die eigentliche Addition der Rohbilder. Hier kann man nun mit dem senkrechten und waagrechten Cutoff die Auswahl der zu addierenden Rohbilder noch weiter einschränken. Unter "Show stack list" kann man eine Liste der aktuell für die Addition ausgewählten Rohbilder anzeigen lassen. Es ist zu empfehlen, diese Liste mit den bereits aussortierten besseren Bildern nochmals durchzugehen und gegenfalls Bilder mit grob abweichender Qualität manuell aus der Liste zu entfernen (entsprechende Häkchen-Markierungen aufheben). Wenn man damit fertig ist, klickt man auf die Schaltfläche "Stack" und das Programm beginnt mit der Addition der Rohbilder. Ist der Prozess abgeschlossen, wird das errechnete Summenbild angezeigt und kann nun in verschiedenen Dateiformaten abgespeichert werden (empfohlen: *.tif oder *.bmp). Außerdem besteht auch die Möglichkeit, eventuelle Verschiebungen der Farbkanäle zu korrigieren (set RGB), um Farbsäume zu beseitigen.
Das so entstandene Saturnsummenbild wurde anschließend in Adobe Photoshop Elements geladen und u.a. nach einer Anleitung von Frank Specht nachbearbeitet (unscharfe Maskierung, Rauschfilterung).
Zum Schluss wurden noch die Tonwertkurve und der Kontrast in Micrografx Picture Publisher 8 optimiert.
Soweit zur Dokumentation der wichtigsten Arbeitsschritte meiner Bildbearbeitung.
Grüße,
Peter
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Guest user
AW: Saturn (und Jupiter) am 16. Januar 2005
@PeterSehr interessant, wie groß der Aufwand für das Bild doch ist!
@Tobias
Stimmt, die wirkliche Enckesche Teilung liegt etwas weiter außen im Ring. Interessant, das mit dem Encke-Minimum kannte ich bis jetzt gar nicht. Ist dieses Minimum also keine Teilung, obwohl auch mit dem Begriff "Teilung" nur ein Ringabschnitt mit weniger Materie, so dass es dunkler erscheint, gemeint ist? Kannst du mir vielleicht eine Karte zeigen, wo dieses Minimum im Ring-System liegt, denn ich habe es nicht gefunden.Zitat von Tobias Dietrich
Die Enckesche Teilung liegt in Wirklichkeit ein bisschen weiter außerhalb. Was auf Peters Aufnahme zu sehen ist, ist lediglich "nur" das Encke-Minimum. Ich habe mal irgendwo gelesen, dass die "echte" Encke-Teilung erst ab ca. 14" aufwärts zu fotografieren ist. Selbstverständlich eine sehr scharfe Optik und bestes Seeing vorrausgesetzt.
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Site director

AW: Saturn (und Jupiter) am 16. Januar 2005
Tach allerseits!Du solltest mal hier gucken. Wir haben schon mal darüber gesprochen. Ab Beitrag 8 findest du deine Antworten. Das Enckeminimum ist in etwa in der Mitte des A-Rings zu finden. Da es aber nur bei der Bildbearbeitung entsteht ist es natürlich keine richtige Teilung.Marcel hat gesagt
Kannst du mir vielleicht eine Karte zeigen, wo dieses Minimum im Ring-System liegt, denn ich habe es nicht gefunden.
Schönes Bild, kann mich Nicolas aber nur anschließen.Nicolas Ziob hat gesagt
Ich habe schon weit besseres von die gesehen![]()
Gruß
Falko
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Etz´red i!

AW: Saturn (und Jupiter) am 16. Januar 2005
Weit besseres gibts schon, aber nicht von mir…http://www.damianpeach.com/ (ich hoffe, die Seite ist bald wieder verfügbar)
Interessante Links zur Encke-Teilung:
http://www.astro-imagi…astro/ghost_of_encke.html
http://www.astro-imagi…ro/saturn_2004.02.19.html
http://members.leapmail.net/~ericj/encke.html
Zitat von Tobias Dietrich
Die Enckesche Teilung liegt in Wirklichkeit ein bisschen weiter außerhalb. Was auf Peters Aufnahme zu sehen ist, ist lediglich "nur" das Encke-Minimum. Ich habe mal irgendwo gelesen, dass die "echte" Encke-Teilung erst ab ca. 14" aufwärts zu fotografieren ist. Selbstverständlich eine sehr scharfe Optik und bestes Seeing vorrausgesetzt.
Das stimmt so nicht ganz. Die Encketeilung soll theoretisch schon mit einer 8"-Öffnung abzubilden sein (im AstroPraxis Handbuch "Planeten beobachten", herausgegeben von der VDS-Fachgruppe Planeten, steht sogar, "ab 5 Zoll"…!?), wenn auch nicht unter unseren gewohnten Beobachtungsbedingungen…
Die Encketeilung liegt innerhalb des A-Rings, ihre Lage ist aber nicht immer konstant. Meistens verläuft sie zentral im A-Ring. Aber ihre Posistion kann sich auch in einem Verhältnis von 1:2 zu einem der beiden Ränder verschieben.
Gruß,
Peter
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Guest user
AW: Saturn (und Jupiter) am 16. Januar 2005
Danke für eure Antworten, jetzt ist es klar! :idee:Ich bin also nicht der Einzige, der sich da schon mal geirrt hat…
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